Es wird Zeit, wenn die Sonne scheint

Publiziert: 14 September 2014

Im zweiten Jahrtausend vor Christus finden wir Sonnenuhren in Babylon. Im zweiten Jahrtausend nach Christus finden wir sie immer noch im Tessin. Eine Zeit-Wanderung durchs Malcantone.

Das Wetter wechselt, die Sonnenuhr bleibt bestehen, können wir den Volksmund abwandeln, der meint, dass zwar das Wetter kommt und geht, die Sonne jedoch bleibt. Einer der wohl sonnigsten Themenwege im Malcantone ist der percorso del sole mit dem wir uns auf Entdeckungstour der dortigen Sonnenuhren machen. Die zweisprachig Deutsch-Italienische Broschüre dazu hält am Ende sogar noch Sonnenuhr-Didaktisches bereit. Dort wird nicht bloss erklärt, wo wir sie lesen können, sondern, wie wir sie lesen sollen.

Die ersten acht


Insgesamt sind es 16 Sonnenuhren, die wir besuchen wollen. Gestartet wird in Arosio auf dem Platz vor der Pfarrkirche San Michele. Der nächste Ort heisst Mugena, wo sie an der Südwestwand der Pfarrkirche prangt. In Aranno ist es die Hammerschmiede, welche die Zeit angibt. Die Sonnenuhr auf dem Kirchturm von Miglieglia hat schon stichhaltigere Zeiten erlebt. Sie verbleicht. Dagegen zeigt Curio am heutigen Museumsgebäude gleich zwei: eine für die mittlere Zeit und eine für die Schulzeit, was ein Hinweis auf den früheren Gebrauch des Gebäudes ist. Dann erreichen wir das Dorf der Sonnenuhren im Plural. Gleich sechs solcher Zeitsager sind in Bedigliora zu bewundern. Auf einer heisst es: "Die Sonne kehrt zurück, nicht aber die Zeit." Das erste hoffen wir, das zweite wissen wir. Zwei Sonnenuhren von ungewöhnlicher Grösse schmücken die Kirche Santa Maria in Banco di Bedigliora. In Beredino di Sessa zeigen sich drei Uhren, eine davon hat in der Wertschätzung wohl der benachbarten Satellitenschüssel Platz gemacht.

Die zweiten acht


Auch das neunte Dorf, Sessa, ist voll von Sonnenuhren. Vier davon tragen historischen Wert, weil sie die italienischen Stunden anzeigen, die ja bekanntlich rassiger aber besinnlicher verlaufen. Zwei geben gar die astronomischen Stunden in wahrer Sonnenzeit an. Ginge es um den Gestaltungspreis, müsste wohl diejenige von Persico di Monteggio ganz weit vorn liegen. Sie ist in die Arkadenform im Innenhof der Casa Ballinari eingepasst. Die philosophischste hingegen finden wir in Busino, einem Ortsteil von Monteggio. Dort heisst es einmal: "Die Zeit vergeht und bleibt in unserer Schuld", und die andere preist, dass "Jeden Tag wird es Abend". In Croglio, im Hof der Casa Andina, leuchtet uns die Sonnenuhr gleich dreimal – und das ist einmalig auf dem ganzen Kantonsgebiet – den Feierabend: auf Astronomisch, auf Babylonisch und auf Italienisch. In Pura lädt uns die Pfarrkirche San Martino zum Betrachten der Zeit ein. Die andere wirft ihren Schatten wiederbringlich am Haus vor dem kleinen Garten am Dorfeingang. Eine moderne Fassung zeigt uns hingegen das Evangelische Zentrum in Magliaso. In Agno, an der Südostwand des Pfarrhauses, hat sich die Sonne grad selber verewigt und scheint also Tag und Nacht. An der Hauptstrasse in Bioggio sehen wir an der Casa Gianinazzi, wie spät es geworden ist. Dort, beim Gemeindezentrum, gibt es auch noch eine, die zu besehen und zu betasten ist: eine Sonnenuhr als Mobile.

Info

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6987 Caslano
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