Metropole ade, Onsernone juhee!

Publiziert: 3 September 2017

Berzona im Onsernonetal ist im Grunde unspektakulär und bietet dennoch viel. Frisch wusste davon ein Lied zu singen – oder vielmehr ein Buch zu schreiben. Und auch die Nachbargemeinde Loco ist nicht ohne.

"De Hansdampf im Schnäggeloch hät alles, was er will. Und was er will, das hät er nid und was er hät, das will er nid..." So sind wir Menschen eben. Die, die enge Täler haben, wollen Städte. Und die, die Städte haben, wollen enge Täler. Gerade deshalb boomt die Tourismusbranche. Landeier sehnen sich nach abgasdurchtränkten Metropolen, Städter träumen von wilder Natur. Der Südkanton bietet beiden Spezies was. Okay, Tessiner Metropolen sind eher Metropölchen. Die wilde Natur aber, die ist echt wild. Nehmen wir das Beispiel Onsernonetal.

Frischs Refugium


Das Nebental der Centovalli ist kein Ort für zartbesaitete Seelen. Steil fallen die dicht bewaldeten Bergflanken ins Tal, getrennt nur von den manchmal sanften, manchmal aufbrausenden Wassern des Isorno. Urig-authentisch zeigt das Leben hier seine raue Seite. Nichts Weiches liegt in der Enge, nur schnörkellose Ursprünglichkeit. Wenn man hier überleben wollte, musste man seinen Mann stehen. Das gilt heute noch, irgendwie. Hierhin hat es – neben abenteuerlichen Touristen – manch einen Aussteigewilligen, Zivilisationsmüden oder Kreativitätssuchenden verschlagen. Zu nennen wäre da unter anderem der Schweizer Schriftsteller Max Frisch. Berzona wurde zu seinem sicheren Rückzugsort, zu seinem Refugium, wenn Hektik und Umtriebigkeit des Stadtlebens ihm zu viel wurden.

Bewegte Vergangenheit


Sehenswert ist im Künstlerdorf Berzona – neben den kirchlichen Bauten – die Casa Notaris, ein komplexes bürgerliches Gebäude, dessen ältester Teil aus dem Jahr 1589 stammt. Seine Hauptmerkmale sind die Bogenhalle und der Laubengang. Auch an einem Besuch im Strohatelier "Pagliarte" kommt man in Berzona nicht vorbei. Dank einigen engagierten Frauen blüht die einst überlebenswichtige Strohflechterei wieder auf. Dann ist da noch Loco, der kleine Ort, der geschichtlich viel zu bieten hat und durch seine altehrwürdigen Gemäuer Einblicke in eine bewegte Vergangenheit gewährt. Kleines Kostprobe gefällig? Die alte Mühle, die früher als Zollstation fungierte. Die zahlreichen Schiessscharten am fast 400-jährigen Haus zeugen von unruhigen Zeiten.

Info

Tourist Office Ascona - Locarno
SBB Bahnhof
6600 Locarno-Muralto
+41 848 091 091
info@ascona-locarno.com

www.ascona-locarno.com
www.ticino.ch

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