Gandria: die Aussengrenze von Lugano

Publiziert: 14 April 2013

Das einstige schmucke Fischerdorf ist heute ein Quartier der Fusionsgemeinde. Schon der Weg zu Fuss oder per Schiff allein ist ein Erlebnis und führt an Kunst und Natur vorbei.

Von Lugano Zentrum geht es Richtung Castagnola, einer der ersten Gemeinden, welche eingemeindet und damit Aussenquartier wurden. Flaniert man die Strasse Richtung Spazierweg nach Gandria runter, erstreckt sich rechterhand ein wundersamer Umschwung mit Villa, wie aus einer längst verschwunden Zeit. Begibt man sich aber auf die Suche nach dieser verlorenen Zeit, empfängt einen im Park ein modern eingerichtetes Volkskundemuseum: die Villa Heleneum. Erbauen liess sie in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Hélène Bieber auf den Fundamenten der Villa Caréol. Infolge einer Schenkung der Familie Brignoni entstand darin Ende der 80er Jahre das Museum der Kulturen. Darin findet sich allerlei an Lehrreichem oder uns skurril Erscheinendem aus uns völlig fremden Kulturen.

Dorf der Stiere


Wie sich das Dorf seinen Namen verdient hat, darüber gibt es mehrere Versionen. Gesichert scheint lediglich, dass aus dem Buben ein Mädchen wurde: aus Gandrio wurde Gandria. Einige Herkunftsforscher behaupten, der Name käme von Gana, was einer lombardischen Senke entspräche. Andere meinen, dass es von Ganda stamme, was auf lösliches Gestein oder Nagelfluh hinweisen könnte. Oder vielleicht heisst es ganz schlicht der Ort, zu dem und von dem nur über gefährliche und anstrengende Wege gelangt werden kann. Dementsprechend wurden die Einwohner Gandrias Tor genannt. Weil das Leben dort ermüdende und unerhörte Anstrengungen verlangte, wie sie nur ein Toro fertig bringt. Deshalb trage das Wappen Gandrias einen Stier.

Heute ein Spaziergang


Heute können wir Gandria über den Sentiero (Wanderweg) unvergleichlich leichter erreichen. Ein gut ausgebauter, breiter Weg führt uns teilweise auf Zement, teilweise auf Kies ins malerische Dorf, in dem die Fischspeisen noch immer vom einstigen Hauptgewerbe künden: der Fischerei. Daneben wurden Viehwirtschaft, Wein- und Gartenbau betrieben. Schon der Tessiner Bundesrat Stefano Franscini berichtete im Jahr 1840 von Feigen, Oliven und Zedernhainen nebst Agaven. Auf die Olivenkultur ist man dort dermassen stolz, dass dazu sogar ein Lehrpfad am Steilhang eingerichtet worden ist. Am Seeweg wachsen viele Pflanzen, die unter Schutz gestellt sind oder selten noch woanders vorkommen. Andernfalls bietet sich in der Saison noch das Linienschiff von Lugano nach Porlezza (I) an. Erreicht man das Dorf von See her, zeigt es sich in seinem schmucksten Kleid.

Sammelnde Grenzer


Seit 1949 gibt es auf der anderen Seeseite ein Museum über Grenzer, Schmuggler und Briganten. Das Gebäude des heutigen Museo doganale Cantine di Gandria wurde 1835 erbaut und diente bis in die 20er Jahre als Grenzwachtposten. Die Idee dazu hatte ein Tessiner Grenzoffizier, der seine Kollegen zum Sammeln von Dingen aus dem Grenzalltag aufforderte. Heute ist es ein Bundesmuseum. Der Besuch ist wirklich lohnenswert, und man erfährt tausend Sachen über jene, welche den Schmuggel tätigten und jene, die ihn verhindern sollten. Noch heute wird es von den Einheimischen das Schmugglermuseum genannt.

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