Die gegen die Wölfe kämpften

Publiziert: 16 Mai 2016

Verhasst waren sie, die Wölfe, die den Menschen des Verzascatals in die Quere kamen. Mithilfe von Fallen wurden sie in Schach gehalten und ausgerottet. Die Wölfe sind weg, die Fallen nicht.

Klopf, klopf. Klopf. "Wer ist denn da an unsrer Tür?" "Ich bin’s, eure Mutter.“ "Mit solch schwarzen Füssen? Nein, du bist nicht unsre Mutter." Jedes Kind weiss, wie die Geschichte weitergeht. Wie sie immer weitergehen, die Geschichten um den Wolf. Dramatisch. Isegrimm will allen Böses, frisst Zicklein und Grossmütter und wird schliesslich von mutigen Menschen oder unschuldigen Tieren zur Strecke gebracht. Nicht in allen Kulturen ist der Wolf der Schuft. Im Gegenteil. Häufig wird er als Symbol für Gemeinschaft und Familiensinn verehrt.

Mit Fallen gegen den Jäger


Familie und Gemeinschaft sind hier aber nicht das Thema, sondern der Wolf. Und der Mensch, der ihn bekämpft. Und die Taktiken, die ihn darin unterstützen. Kurz gesagt: Es geht um Fallen. Die gibt es im Verzascatal tatsächlich noch zu sehen, obwohl der letzte Tessiner Wolf vor mehr als hundert Jahren erlegt wurde. Lüéra heissen sie auf Tessiner Dialekt und sind in Stein gemeisselt. Im übertragenen Sinn natürlich. Da sie Teil sind der natürlichen Umgebung, sind sie jedoch wirklich fast unzerstörbar.

Besichtigung der beiden Lüére


Die eine Falle, Lüéra delle Ganne gennant, befindet sich am Fusse eines grossen Felsblocks auf Gemeindeboden von Brione Verzasca. Dieser überragt ein Loch, das ursprünglich wohl noch tiefer war. Der kleine Durchmesser der Öffnung im Vergleich zur Mauer der darunterliegenden Grube sorgte dafür, dass das Raubtier nirgends Halt fand, um sich nach dem Verspeisen des ausgelegten Köders zu befreien. Die Lüera di Alnasca indes – auch sie ist in Brione zu finden – ist eine Grube, die mit einer Trockenmauer ausgekleidet wurde. Sie entstand vermutlich schon im Mittelalter. Im Unterschied zur Lüera delle Ganne war es hier ihre Tiefe, die es dem Wolf verunmöglichte, nach dem Schmaus wieder zu entkommen.

Zwischen Kapellen, Brücken und Wasserfällen


Wer es weniger blutrünstig mag, hat im Verzascatal noch andere Möglichkeiten. Der Sentierone ist eine davon. Wegen seiner landschaftlichen Schönheit und dem Wegverlauf durch Wälder entlang des smaragdgrünen Flusses ist er sicher eine der bevorzugtesten Wanderungen im Tessin. Der Weg folgt dem antiken Saumpfad zwischen rustikalen Kapellen, Brücklein, Wasserfällen und Blumenwiesen. Gestartet wird in Mergoscia oder beim Staudamm, das Ziel liegt in Bivio di Corippo oder Lavertezzo, je nach Wahl der Route.

Info

Tourist Office Tenero und Verzasca
Via ai Giardini
6598 Tenero
+41 91 745 16 61
tenero@ascona-locarno.com

www.ascona-locarno.com
www.ticino.ch

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