Monte Verità: verzauberter Flecken

Publiziert: 26 Mai 2013

Wo Hermann Hesse sinnierte, C. G. Jung philosophierte und Klein-Dimitri herumtollte, treffen sich noch heute Kulturbegeisterte aus aller Welt. Der Monte Verità ist und bleibt ein magischer Ort.

Was wurde nicht schon alles über den Monte Verità geschrieben! Der „heilige Berg“ ob Ascona zog Anfang des 20. Jahrhunderts Reformer, Anarchisten, Künstler und Freidenker an die Ufer des Lago Maggiore. Wie Gott sie schuf, machten sie sich auf den Weg der Wahrheitsfindung, gaben sich einem natürlichen, meist vegetarischen Leben hin. Nach ihnen wurden noch viele andere vom mystischen Hügel angezogen. Sie kamen, bauten, bepflanzten, philosophierten, schrieben, malten, exponierten. Und gingen irgendwann wieder. Was geblieben ist, ist die fast magische Schönheit und kraftspendende Ruhe des berühmten Asconeser Hausberges. Das weiss auch Dimitri, der am Fusse des Monte Verità aufgewachsene weltberühmte Clown. Als Kind spielte er im Parco Parsival, verbrachte viele Stunden in freier Natur, kletterte auf Bäume und versteckte sich im Gebüsch. „Es ist tatsächlich ein verzaubertes Fleckchen Erde.“

Spaziergang vom Gestern ins Heute


Zauberhaft gut fand Dimitri auch das sogenannte Vester-Brot, das Karl Vester auf dem Monte Verità backte. „Herrlich“, schwärmt Dimitri noch heute. In guter Erinnerung ist ihm auch der Mensch Vester geblieben. Ein Original sei er gewesen, mit Bart und langem Haar, einer Leinenhose und Sandalen. Obwohl solche Persönlichkeiten rar geworden sind und das besondere Vester-Brot schon lange nicht mehr zu haben ist, lohnt sich ein Ausflug auf den Monte Verità alleweil. Gründe dafür gibt es auch heute noch genug. Da ist zum Beispiel die einzige Teeplantage Europas mit ihrem Teehaus Loreley und dem Zen-Garten. Entspannend ist ausserdem ein Spaziergang durch die zum Hotel Monte Verità gehörende 7500 m2 grosse Parkanlage. Gemauerte Wannen und alte Duschanlagen mitten im Grünen zeugen von den freiheitsliebenden und lichthungrigen Menschen, die vom Norden kamen, um im Süden ihre visionär-utopischen Konzepte umzusetzen.

Kunst und Wissenschaft vereinen


Der Monte Verità ist nach wie vor Ort der Begegnung und des Austauschs. Gezielt gefördert wird das Aufeinandertreffen von Kunst und Wissenschaft. Auf dem Hügel über dem Langensee sind sowohl Kursteilnehmer der von der ETH Zürich organisierten Seminare als auch Wanderfreunde und Kunstliebhaber willkommen. Das Veranstaltungsprogramm bietet für jeden Geschmack etwas. Das ganze Jahr über werden historisch-kulturelle, wissenschaftlich-humanistische und spirituelle Vorträge durchgeführt. Mal steht der Tanz im Mittelpunkt, dann die Mystik. Mal die Medizin und dann wiederum die Kochkunst. Nächsten Freitag, 31. Mai um 18.30 Uhr, beginnt eine dreiteilige C. G. Jung-Reihe. Titel des ersten Referats ist Jung is Passé, Jung is of the Future. Der englischsprachige Vortrag behandelt die Bedeutung der Tiefenpsychologie im Zeitalter der Neurowisschenschaften. Ob Natur, Kultur oder Wissenschaft – was auch immer die Menschen auf den Wahrheitsberg lockt, eines ist sicher: Es ist ein verzaubertes Fleckchen Erde.

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Info

Monte Verità
Via Collina 84
6612 Ascona
Tel. +41 91 785 40 40
info@monteverita.org
www.monteverita.org
www.ascona-locarno.com
www.ticino.ch

Wann

Vortrag über C. G. Jung: 31. Mai um 18.30 Uhr

Wo

Hotels

  • Hotel Casa Berno
  • Boutique Hotel La Rocca
  • Camping Tamaro

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