Misox – zwischen Natur und Kultur

Publiziert: 12 Juni 2016

Das Misox ist mehr als Verkehrskorridor von Nord nach Süd und umgekehrt. Wer innehält und sich Zeit nimmt, entdeckt natürliche und kulturelle Perlen von grossem Wert.

Das Gras des Nachbarn ist immer grüner. Und deshalb lohnt es sich, ab und zu jenseits des Zauns auf verbotenem Grund und Boden zu grasen. Tönt jetzt dramatischer, als es ist. Und doch ist es irgendwie das, was TicinoWeekend diese Woche tut. Statt, wie eigentlich üblich, ein Wochenende im Tessin anzupreisen, schwärmt TiWe diese Woche über die angrenzenden Bündner Täler Misox und Calanca. Das hier wird also eine Lobeshymne auf den im Frühling neu eingeweihten Sentiero Cultura e Natura Soazza-Mesocco. Eine ernstgemeinte Hommage an den Natur- und Kulturpfad versteht sich. Denn Tessiner gönnen auch den Nachbarn etwas saftiges Grün.

Eichenwälder und Kastanienselven


Der Misoxer Lehrpfad vereint, wie bereits oben erwähnt, natürliche und kulturelle Schönheiten zwischen Mesocco und Soazza. Kommen wir vorerst einmal zu den natürlichen Perlen. Seltsamer Ausdruck: natürliche Perlen. Denn die Natur produziert ja eigentlich nur Perlen. Im Misox werden vor allem die Kastanien- und Eichenwälder als solche angesehen. Nicht ohne Grund. Was früher als wertvolle Vorratskammer für die arme Bergbevölkerung angesehen wurde, ist heute Lunge für eine in Bedrängnis geratene Umwelt. Dass es sich deshalb lohnt, den Querceto (Eichenwald) della Motèla und die verbliebenen Kastanienselven zu hegen und zu pflegen, sollte unbestritten sein. Vertiefende Informationen dazu erhält man im Centro didattico Nosáll-Rolét in Soazza.

Burgruinen und Heiligtümer


Der Sentiero hat auch kulturelle Schätze vorzuweisen. Die Ruinen des Castello di Mesocco zum Beispiel. Sie gehören zu den bedeutendsten baulichen Überresten im Kanton Graubünden und zu den grössten Burganlagen der Schweiz. Der markante Felsen war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Die Burg indes thronte ab dem frühen Mittelalter hoch über dem Tal und war, nach aufwendigen Umbauarbeiten Ende des 15. Jahrhunderts, "nur durch Verrat oder Hunger einnehmbar", wie es im historischen Lexikon der Schweiz heisst. Besuchenswert ist auch die unterhalb der Burg liegende Kirche Santa Maria di Castello, die seit dem Ende des 15. Jahrhunderts Teil des befestigten Komplexes ist. Innerhalb der Befestigungsmauern liegt die Kirche S. Carpoforo, die bereits zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert erbaut wurde. Wagen Sie also den Sprung über den Zaun. Ab nächster Woche ist das Tessin nämlich wieder die uneingeschränkte Nummer 1.

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