Spannendes Kaleidoskop der Aesthetik

Publiziert: 4 August 2013

Sie ist es nicht immer, aber oft: sakrale Baukunst aus ungewöhnlicher Perspektive. Besonders Mario Botta sucht die Brücke zur Ewigkeit im Stein. Andere suchen die Aussöhnung mit der Natur.

Die Lebenden grüssen ihre verstorbenen Meister und Vorbilder mit Bauten von gewundener Freude und ausgesuchter Ästhetik: Mario Botta, Aurelio Galfetti, Luigi Snozzi.

Ein ewiges Höhenfeuer


Der Ausflug beginnt mit einer Seilbahnfahrt auf den Monte Tamaro. Dort hat der Tessiner Unternehmer Egidio Cattaneo für sich und seine Frau das Mausoleum erstellen lassen. Mario Botta hat aus dieser Aufgabe ein ewiges Höhenfeuer gemacht, das in der Nacht der ganzen Magadino-Ebene Orientierungspunkt ist. Fast auf Augenhöhe kann man auf Cardada hinübersehen, wo eine Seilbahn die Menschen zieht, welche ebenfalls von Botta entworfen wurde. Etwas länger dauert die Reise nach Mogno, ins Lavizzaratal. Dort trotzt ein gewagt moderner Kirchenbau der Vergänglichkeit und den Geschmacksperioden. Bottas Kirche in Mogno ist ein wunderbares Beispiel, dass Architektur eigentlich nur aus Licht und Form besteht. Der Rest ist Einbildung. Mario Bottas Gestaltungskunst bereichert mindestens drei Regionen im Tessin, deren Verkehrsvereine Lugano, Bellinzona und Vallemaggia uns auf dieser Reise kompetent begleiten.

Von der Burg ins Bad


Dem Bellinzonese hat in ebenso viel Lichtgestaltung Aurelio Galfetti seinen Stempel aufgedrückt: Das städtische Schwimmbad wird für 12 Millionen Franken renoviert werden und damit wieder etwas auf Glanz gebracht. Noch wuchtiger trutzt die grösste der drei Unesco-Burgen, das Castelgrande über der Kantonshauptstadt und kündet von der gelungenen Synthese von althergebrachtem Baustil mit Integration der Moderne und alltäglicher Funktionalität. Ein Besuchermagnet ist die grosse Burg aus der Feder von Galfetti geworden. Aber auch Livio Vacchini hat sein Erbe dort markant gelassen: Die Piazza del Sole inmitten der Stadt ist von der Burg herunter als Augenfang bestens einsehbar.

Wohnen und Wirtschaften


Zwischen traditionell, gewagt-modern oder einem Mix von beidem pendelt sich die Architektur zwischen den Weinbergen ein. Gerade diese Kombination von Wohnen und Wirtschaften ist eine der Charakteristiken des Tessins, macht seinen Charme mit aus und findet auch ausserhalb der Kantons- und Landesgrenzen viel Beachtung. Besondere Beachtung findet die gewagte Ästhetik eines Luigi Snozzi, der auf jeden historisierenden Aspekt verzichtet und Rohbeton kubisch zwischen die Weinpflanzen baut. Und dafür auch noch Gründe angibt. Daneben gibt es jüngere Architekten, welche verfallende Rustici mit Innenhäusern aus Holz wieder bewohnbar machen. Andere wiederum möchten nicht auf die Integration von echten Gneisplattendächern verzichten.

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