Die kühlenden Adern des Tessins

Publiziert: 4 August 2013

An den Hundstagen des Sommers gibt es nebst alten Stollen und hohen Bergen noch eine weit angenehmere Art, sich abzukühlen. Der Sprung in den Fluss an geeigneter Badestelle.

Wenn die Freibäder kaum mehr freie Plätze bieten und die Liegewiese mit kleinen farbigen Baumwolltuchinseln voll gestopft ist, ist es Zeit für ein Bad in der Badewanne. Mehr Abkühlung bringt allerdings der Fluss. Klar, auch dort kommt es vor, dass man das Gefühl haben könnte, man sei in ein Remake von Johannes grossem Tauffest geraten. Aber es gibt auch weniger besuchte Orte als beispielsweise Avegno, Ponte Brolla oder Brontallo. Ein guter Wink: Überall dort, wo schon mehrere Dutzend Autos am Strassen- oder Waldrand vor der Flussböschung parkiert stehen, dürfte der Andrang gross sein. Beachtet werden sollten jedoch auf jeden Fall die Sicherheitstipps und Vorschriften. Wenn Staudammbetreiber Wasser lassen oder bei auch nur lokalen Regenschauern können Flüsse innert Minuten extrem anschwellen und alles mitreissen, was sich ihnen in den Weg stellt.

Magische Maggia


Nonkonformisten wissen, wo es lang geht. Sie gehen einige Schritte mehr als das Durchschnittspublikum, und schon öffnen sich unberührtere Flusslandschaften der Maggia. Oder man entdeckt gar einen unbewohnten Zufluss. Infos dazu können auch jederzeit beim Verkehrsverein des Maggiatals oder dessen Tourist-Infostellen eingeholt werden. Die beliebtesten Stellen sind in Losone und in Golino an der Flusszweigung Isorno und Melezza, unterhalb von Tegna an der Flusszweigung von Maggia und Melezza, in Avegno, in Giumaglio und in Bignasco zu finden. Wer noch weiter nach oben will, kann rechterhand ins Lavizzaratal abzweigen. Brontallo steht für tiefe Pozzi – Naturbecken – mit natürlichem Sprungturm. Dort finden die Cliff Diving Championships, die Felssprung-Meisterschaften, statt. Und dort finden sich auch immer wieder Teile oder Zuflüsse, welche von Kanubegeisterten besucht werden.

Verführerische Verzasca


Auch das Verzascatal hat einiges an smaragdgrüner Erfrischung zu bieten, wie die interessanten Infos des Verkehrsvereins belegen. Bereits ihr Delta unterhalb von Tenero ist ein Tummelfeld von Freizeit-Indianern und Strandperlengästen. Sogar der kleine Pozzo direkt am Auslass der grossen Wasserwerkröhren wird als Seebad besucht. Besonders "Hündeler" schätzen den freien Auslauf. Weiter oben bei Lavertezzo zeigen Übermütige gerne ihre Springkunst, bewundert von den unzähligen Sonnenanbetern auf dem Felsen, der wie ein riesiger Walrücken aussieht. Bei Brione verteilt sich das Publikum etwas mehr: die Besonnung der Besonnenen mit Erfrischungsbädern zwischendurch. Weiter oben bei Frasco und Sonogno locken beliebte Badeplätze Einheimische und Gäste. Hinter Sonogno in Richtung der Ziegenalp zerstäubt ein Wasserfall die Luft in Millionen von Wassertropfen und erfrischt die nahe Umgebung. Generell ist die Verzasca bei Flusstauchern sehr beliebt, allerdings verlangt sie einiges an Können und Erfahrung ab.

Tiefsinniger Ticino


Zwei breite Flüsse fliessen im Locarnese in den Lago Maggiore. Da wäre einerseits der Urfluss, der Ticino, zu nennen, an dessen Delta zwar nicht gross Herumschwimmen ist, der aber für Gummiboot-Expeditionen oder Kajakfans einiges an wunderschönen und interessanten Flusslandschaften bietet. Den einen oder andern mögen sie gar an den Klassiker mit Humphrey Bogart und Kathrine Hepburn "African Queen" erinnern. Der untere Flusslauf der Melezza zwischen Ascona und Locarno bietet nebst den Campinggästen auch anderen Flussentdeckern genug Raum. Am rechten Ufer in Fliessrichtung entlang findet sich hinter einem Bambuswäldchen ein wunderbar gelegener Sandstrand. Per Rad kommt man über den rechten Damm ziemlich nah an dieses kleine Paradies heran. Wer sich genauer informieren will, kann sich an den Verkehrsverein Lago Maggiore wenden.

Info

Ticino Turismo
Via Lugano 12
6500 Bellinzona
info@ticino.ch

www.amicidelticino.ch
www.ticino.ch

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