Ambrosianische Narren und Guggen

Publiziert: 7 Februar 2014

Während die Fasnacht nach römischem Ritus, wie sie zum Beispiel in Bellinzona gefeiert wird, am Aschermittwoch endet, beginnt der Karneval nach ambrosianischem Ritus dann erst.

Während die Fasnacht nach römischem Ritus, wie sie zum Beispiel in Bellinzona gefeiert wird, am Aschermittwoch endet, beginnt der Karneval nach ambrosianischem Ritus dann erst. In den Nordtessiner Tälern Leventina und Blenio, sowie in Biasca, in Tesserete bei Lugano und in Brissago wird die ambrosianische Fasnacht gefeiert. Der Legende nach sollen sich diese Orte dem römischen Ritus widersetzt haben, um die vorösterliche, vierzigtägige Fastenzeit (die am Aschermittwoch beginnt) zu verkürzen. Früher sorgte die Teilung des Tessins in verschiedene Karnevalsregionen vor allem bei der Kurie für Zündstoff. Viele Pfarrer verboten ihrer Gemeinde, die jeweils andere Fasnacht zu besuchen. Heute ist die ambrosianische Fasnacht eine willkommene Zugabe für die passioniertesten Karnevalsliebhaber.

Blenio, Leventina und Riviera sind später an der Reihe


Vom Mittwoch, 5. März bis Samstag, 8. März regiert in Biasca der Karnevalskönig. Ähnlich wie auch bei der Basler Fasnacht beginnen die Feierlichkeiten um 5.00 Uhr morgens mit dem Canto del Gallo, dem Hahnenschrei. Die Fasnacht von Biasca, Renaregna, ist sehr bekannt für ihre provozierende und unkonventionelle Art (Satire der Kirche, der Regierung, Verkleidung Mann-Frau). Der Umzug von Biasca findet jeweils am Samstagnachmittag statt. Es nehmen Guggen aus der Region, aus der Deutschschweiz und sogar aus dem Ausland daran teil. Der Ursprung des Karnevals von Biasca liegt weit zurück. Das erste schriftliche Dokument stammt aus dem Jahr 1495. Im Bleniotal wird der Karneval nach ambrosianischem Ritus in Olivone bereits ab dem 5. März und in Ludiano ab dem 6. März gefeiert. In Gnosca und Preonzo, zwei Dörfern nördlich von Bellinzona, wird der Karneval ebenfalls ab dem 6. März gefeiert.

Brissago feiert anders


Brissago feiert seinen Karneval von Donnerstagmittag, 6. März bis Sonntag, 9. März unter dem Titel "I Pitoc de Brissag". Während am Donnerstag, nach Risotto-Essen, Kinderumzug und Bollito Misto, "nur" bis 3.00 Uhr nachts gefeiert wird, herrscht für die Narren am Freitag und am Samstag die Freinacht. Samstag und Sonntag findet der Karnevalsumzug jeweils um 14.30 Uhr statt. Am Sonntag um 11.00 Uhr spielen die Guggen zum Konzert auf.

Die Fasnachtszugabe im Südtessin


In Tesserete heisst seine Majestät Or Penagin vom Donnerstag, 6. März bis Samstag, 8. März willkommen. Auftakt der Feierlichkeiten ist das Makkaroni-Essen am Donnerstag um 19.00 Uhr. Danach werden dem Narrenkönig die Schlüssel der Stadt übergeben. Gefeiert wird am Donnerstag und Freitag jeweils bis 4.00 Uhr nachts, am Samstag, dem letzten Karnevalstag, sogar bis 5.00 Uhr morgens. Der Fasnachtsumzug findet ebenfalls am Samstag, um 14.15 Uhr, statt. Der Karneval in Tesserete steht 2014 unter dem Thema "Der Dschungel von Or Penagin". Vom 7. bis 8. März wird im Südtessin in Cademario gefeiert, während die Fasnacht in Capriasca und in Breno lediglich am 8. März begangen wird. Ausschliesslich am Sonntag wird in Bre sopra Lugano gefeiert.

Die Wurzeln des ambrosianischen Karnevals


Die Unterscheidung zwischen der Fasnacht nach römischem und der Fasnacht nach ambrosianischem Ritus im Tessin hängt mit dem Umstand zusammen, dass das Kantonsgebiet bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den Diözesen Como und Mailand gehörte. Obwohl das Tessin seit 1888 eine eigene Diözese ist, wird sowohl die Heilige Messe als auch die Fasnacht in den Gebieten des ehemaligen Bistums Mailand nach ambrosianischem Ritus begangen.

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