Himmlische Aussicht, irdischer Genuss

Publiziert: 5 Oktober 2014

Die Tage werden kürzer und kühler. Und doch sind Bergwanderungen zurzeit zu empfehlen. Frische Luft und blauer Himmel locken in goldgelbe Höhen.

"Alperose chöme mir i Sinn...", schmettert Polo Hofe. Wegen einer Frau versteht sich. Das ist hier keineswegs der Fall. Hier geht es um die Schönheit der Berge. Auch wenn, zugegebenermassen, der prächtige Almenrausch im Oktober wohl nicht mehr blühend anzutreffen ist. Jetzt sind es eher glührote Rebblätter oder goldgelbe Lärchen, die dem Naturfreund die Sinne betören. Im Tessin genügen farbige Gewächse und blauer Himmel aber selten, um die Menschen aus der gemütlichen Stube an die frische Luft zu locken. Da braucht es vielmehr einen würzigen Alpkäse oder eine feine Ziegenwurst. Besser noch einen einheimischen Merlot. Das alles ist selbstverständlich auch zu haben. Nicht mehr überall, aber doch noch in einigen urigen capanne.

Hinauf in luftige Höhen


Die Capanna Cristallina etwa lässt sich sommers wie winters besuchen. Und die Cadagno-Berghütte in der Val Piora (Leventina) ist zum Beispiel noch bis Ende Oktober offen, falls es denn nicht schon vorher schneien sollte. Sie wurde 1939 auf einer Anhöhe erbaut und bietet eine wunderbare Sicht auf den gleichnamigen See. Vor zwei Jahren wurde die Unterkunft durch einen Anbau vergrössert und modernisiert. Schön ist auch ein Ausflug in die Capanna Arena im Onsernonetal. Die Alphütte besteht aus zwei ortstypischen Gebäuden und ist mit einer Schlafstätte, einer Mensa mit heimeligem Kamin und einer kompletten Holz- oder Gasküche ausgerüstet. Wer die Vallemaggia dem Onsernonetal bevorzugt, dem sei zum Beispiel die Alpe Campo la Torba ans Herz gelegt. Sie ist über Fusio auch für Bergliebhaber erreichbar, die nicht mehr gut zu Fuss und deshalb auf das Auto angewiesen sind. Wanderer sind indes nach zweieinhalb bis drei Stunden Marschzeit am Ziel. In der Alpe Torba wird der unnachahmliche und seltene "formaggio alla paglia" – Strohkäse – hergestellt. Nur schon deshalb ist sie eine Reise wert.

Zwischen Ziegen und Käse


All jene, die nicht so hoch hinaus wollen und trotzdem Sehnsucht nach Natur und Ursprünglichkeit haben, sind im Landtourismus (Agrotourismus) gut aufgehoben. Auch hier hat das Tessin einiges zu bieten. In Giubiasco sorgt die Scuderia Al Piano bei Pferdeliebhabern allen Alters das ganze Jahr über für einen unvergesslichen Aufenthalt. Landwirtschaftliche Frauenpower gibt es in Bedigliora (Malcantone). Die Azienda agricola Rampiga ist fest in Damenhänden und zeichnet sich durch verschiedene Kurse und Workshops aus. Ziegen, Esel, Schweine, Hühner und allerhand Haustiere leben auf der Fattoria del Faggio in Sonvico (Lugano). Sie ist ganzjährig geöffnet und für Aperitifs, Brunchs und Bankette geeignet. Bekannt ist der modern ausgestatte Hof für seine Käseproduktion – Formaggini, Büscion und Formagella gehören zum leckeren Angebot. Mit Speck fängt man Mäuse und mit Käse Wanderfritze und Stubenhocker.

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