Versuchung am Vatertag

Publiziert: 29 Februar 2016

Hätte Sankt Josef, der Schutzpatron der Väter, Tortelli gekannt, er hätte seine Lieben sicher mit Freuden davon naschen lassen...

Krapfen isst man im Spätwinter fast überall in Europa. Ob als delikate Minikugeln wie im Tessin oder als opulente Siedgebäckbälle wie in Berlin, ob ungefüllt oder angereichert mit Marmelade und Creme, alle Rezepte gehen auf einen alten Brauch zurück: Da für Christenmenschen von Aschermittwoch bis Ostern Schmalhans Küchenmeister war, langte man vor der Fastenzeit noch mal kräftig zu. Die verderblichen Eier mussten schliesslich aufgebraucht und ein möglichst üppiges Speckpölsterchen angefuttert werden. Da kam Schmalzgebäck gerade recht!

Der Lenz lässt grüssen


Zuweilen erlaubte man sich aber auch während der asketischen Wochen ein kleines Päuschen, in der Südschweiz und der Lombardei etwa am hochheiligen Josefstag, San Giuseppe. An diesem Datum feiert man hier gleich auch noch den Vatertag. Grund genug also, sich etwas Gutes zu tun, zumal auch das Wetter oft schon den Frühling erahnen lässt.

Schlichtweg ein Genuss


Typischerweise werden jetzt "Tortelli" oder "Sprèll" gebacken, kleine, luftige und feine Leckereien aus dem heissen Fett, die vor dem Genuss mit Puderzucker überstäubt werden. Auch "Turtéi da San Giüsèpp" nennt man sie. Eigentlich ist dies ein ganz schlichtes Gebäck und somit passend zur Fastenzeit – naja, vordergründig. Denn wer die Tortelli probiert, merkt sofort: Nicht umsonst sagt man den Bewohnern dieser Breiten ein ganz aussergewöhnliches Talent zum Geniessen nach, selbst wenn Schmalhans Küchenmeister ist...

Sie brauchen:

100 g Butter
100 g Zucker
250 ml Milch
8 Eier und 2 Eidotter
300 g Mehl
1 Päckchen Vanillezucker
1/2 Päckchen Trockenhefe
abgeriebene Schale einer Zitrone
1 Prise Salz
Puderzucker
Frittierfett

Zubereitung:

Milch, Butter in Stückchen, Zucker, Vanillezucker, Salz und Zitronenschale in einem Topf mischen und zum Kochen bringen. Vom Feuer nehmen, das Mehl und die Hefe unterrühren bis ein kompakter Teig entsteht. Den Topf zurück auf die Herdplatte stellen und den Teig so lange rühren, bis sich auf dem Topfboden ein weisser Belag bildet (abbrennen). Wieder vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Sobald der Teig kalt ist, die Eier einzeln hinzugeben. Das nächste Ei jeweils erst dann hinzufügen, wenn die Masse homogen ist!
Fett in einer Fritteuse auf 170-180 Grad Celsius erhitzen. Mit einem Kaffeelöffel ein nussgrosses Stück Teig abstechen und ins Fett geben. Wenn es sanft sprudelt, ist die Temperatur richtig. Jeweils etwa 5 Tortelli gleichzeitig frittieren, herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit Puderzucker überstäuben.
Sofort geniessen, denn frisch und knusprig schmecken die Tortelli am besten!

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