Köstlicher Kuchen aus Brotresten

Publiziert: 18 Oktober 2015

Einst vorwiegend von Bauern gebacken, um altes Brot loszuwerden, ist die Torta di pane heute salonfähig und gilt als urige und äusserst beliebte Tessiner Spezialität.

Früher warf man nichts Essbares weg. Brot schon gar nicht. Denn das geflügelte Wort war "hartes Brot ist nicht hart, aber kein Brot ist hart", und wer es wagte, die Nase darob zu rümpfen, wurde zurechtgewiesen. Dieses respektvolle Lebensmittelmanagement hatte zur Folge, dass in regelmässigen Abständen kulinarische Wochenrückblickstage eingelegt wurden. Aus einst luftigem Hefegebäck wurde zum Beispiel eine knusprige Apfel-Brot-Rösti, aus den Resten eines sämigen Risottos ausgetrocknete Reisfladen, aus feinen Butternudeln Aufläufe aller nur erdenklichen und unerdenklichen Arten. Was dem Haushaltsbudget zugute kam, war den Kindern ein Graus. Wochenrückblickstag – Hilfe!

1001 Rezepte


Ausser es kam Brotkuchen auf den Tisch. Das war etwas anderes. Der bestand zwar auch aus altem Brot, nur kam da eine Menge Zucker hinein. Und Schokoladenpulver. Und Weinbeeren. Und manchmal sogar etwas Likör. Herrlich war das. Herrlich ist das. Denn im Gegensatz zu Reisfladen und anderen faden Restposten ist die Torta di pane auch heute noch ein Hit. Der Verein Kulinarisches Erbe der Schweiz hat die Brottorte in sein Inventar aufgenommen. Dort wird Stefano Franscini, Tessiner Publizist, Regierungsrat und Bundesrat, zitiert, der in seinem ersten Band der "La Svizzera Italiana" von einer Torte schreibt, die vorwiegend von Bauern gebacken wurde. Das war 1837. Wie bei allen Spezialitäten gibt es mittlerweile auch für den Brotkuchen Verfeinerungen und Abwandlungen und 1001 verschiedene Rezepte.

Ein bisschen von allem


Eine der Zubereitungsanleitungen findet man im schön bebilderten Kochbuch "Ticino ti cucino" (das es auch auf Deutsch gibt). Da kommen auf 1,2 kg altbackenes, klein gewürfeltes Brot 1,5 dl Milch, 200 g trockene Amaretti, 150 g Zucker, 30 g Kakaopulver, 30 g Pinienkerne, 50 g Rosinen, 50 g Zitronat, abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone, 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss, 40 ml Tessiner Grappa und Mandelsplitter als Garnitur. Die Milch wird erhitzt, aber nicht zum Kochen gebracht. Alle weiteren Zutaten hinzufügen und gut vermischen. Die Masse in die vorbereitete Tortenform geben, glatt streichen und mit den Mandelstiften bestreuen. In der Mitte des vorgeheizten Ofens etwa 45 Minuten backen, die letzten zehn Minuten auf der untersten Einschubleiste.





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