Risotto, das beliebte Karnevalsgericht

Publiziert: 7 Februar 2014

Risotto gehört zum Carnevale wie die Kastanien zum Herbst. Und das ist nicht erst seit gestern so. Schon im 19. Jahrhundert erwartete die Bevölkerung den Fasnachtsreis mit Ungeduld.

Wer denkt bei Tessiner Risotto an Armut! Niemand. Ganz bestimmt nicht. Risotto ai funghi, Risotto verde, Risotto al tartufo. Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Mangel wird zum Fremdwort. Nichtsdestotrotz hat Risotto mit Armut zu tun. In der Tessiner Karnevalszeit zumindest. Ende des 19. Jahrhunderts wurde am Dienstag vor Aschermittwoch die bedürftige Bevölkerung verköstigt. Mit Reis. Reisgerichte waren zur damaligen Zeit ein seltenes Gut, das unter anderem an Hochzeiten aufgetischt wurde. Leicht vorzustellen, dass die ärmeren Bevölkerungsschichten den Carnevale kaum erwarten konnten.

Für einen Teller Reis steht man gern an


Heute noch freuen sich die Menschen auf den Faschingsrisotto. Weniger aus Hungergefühlen, als vielmehr aus Vorfreude auf die heiss ersehnten Narrentage. In grossen Kübeln wird die Speise zubereitet und den Festteilnehmern verteilt. Auch die Art der Verköstigung hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Während die Menschen früher mit einem Kübelchen vor dem Kupferkessel auf ihre Reisportion warteten, hat sich der fasnächtliche Risottoschmaus heute zu einem Volksfest gemausert. Der einst städtische Brauch ist inzwischen in die Dörfer vorgedrungen. Und aus dem traditionellen Risotto kann schon auch mal Polenta werden. Mit Luganighe sogar. Ob angefressener Fasnachtsfan oder nicht. Für einen Teller Karnevalsreis anzustehen, lohnt sich allemal.

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