Das Schlemmen ist des Wandrers Lust

Publiziert: 27 Juli 2014

Frisches Brot, würziger Käse, feines Fleisch, gesundes Gemüse und süsse Früchte. Zu einem richtigen Tessiner Picknick gehört viel mehr als ein belegtes Brötchen und ein Fläschchen Wasser.

"Das Wandern ist des Müllers Lust..." Wieso eigentlich des Müllers? Das ist doch alles längst überholt. Heutzutage sollte es vielmehr heissen: "Das Wandern ist des Feriengastes Lust". Tönt doch viel zeitgemässer, oder? Das wäre also geklärt. Jetzt zum zweiten Knackpunkt: die Ausstaffierung. Wer wandern will, muss unbedingt über eine avantgardistische Ausrüstung verfügen. Rote Wollsocken und Kord-Knickerbocker sind endgültig tabu. Angesagt sind rückenschonende Bergschuhe und atmungsaktive Outdoor-Kleider. Sind Sie so weit? Nun, dann können Sie sich dem wichtigsten Wanderaspekt zuwenden: dem Picknick!

Vom Bäcker, vom Schaf und vom Rind


Wenn Sie irgendwo auf der Welt auf irgendeinen Hügel steigen, genügt allenfalls ein mit irgendetwas belegtes Brötchen. Nicht aber im Tessin. Hier gibt es einfach zu viel Leckeres, um es links liegen zu lassen. Die Qual der Wahl fängt schon beim Brot an. Soll es ein luftig-weisses Tessiner- oder doch eher ein knusprig-dunkles Maggiabrot sein? Dann natürlich ein Stück Käse. Kuh-, Schafs- oder Ziegenkäse? Dezent und weich oder rezent und hart? Frisch oder gut gelagert? Vom Maggia-, Bedretto- oder Muggiotal? Mein Gott, da wird einem ja schon vor lauter Käse schwindelig. Und vom Fleisch war noch nicht einmal die Rede. Aber was wäre ein Picknick ohne Wurst? Eine luganighetta zum Grillieren oder ein feiner salametto muss einfach mit in den Rucksack. Oder dann etwas prosciutto crudo (Rohschinken) oder carne secca (Trockenfleisch).

Gesundes Grünfutter


Natürlich darf auf einer heilsamen Wanderung auch gesundes Gemüse und Obst nicht fehlen. Lokale Produzenten haben so einiges an Vitaminbomben zu bieten. Cetrioli nostrani zum Beispiel – in Scheiben geschnittene Gurken. Fenchel in Streifen oder sonnengereifte Tomaten. Nicht zu verachten sind ebenso frische Feigen, Himbeeren oder saftige Äpfel. Wer nur ungern auf Süsses verzichtet, dem seien zum Beispiel einige zart-bittere Amaretti gegönnt. Das wäre also alles. Rucksack zu und... Halt! Keine Wanderung ohne genügend Flüssigkeit. Hahnen- oder Mineralwasser? Deliziös wäre selbstverständlich auch ein selbstgemachter kalter Tee aus grünen Monte-Verità-Kräutern. Oder ein erfrischender Holundersirup. Unvergesslich schön ist es auch, hoch oben in den Bergen mit einem Gläschen Tessiner Merlot anzustossen. So! Inzwischen wiegt der Rucksack mindestens hundert Kilo und ist nicht mehr zuzukriegen. Egal, im Notfall stellen Sie ihn einfach hinaus in den Garten und picknicken unter dem schönen Kastanienbaum. Denn eigentlich heisst das Lied ja: "Das Schlemmen ist des Wandrers Lust!"

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