Nusslikör Nocino

Publiziert: 4 August 2013

Ein Nocino gehört nach einem Abendessen im Tessin ganz selbstverständlich dazu. Doch er schmeckt nie gleich, denn es gibt dutzende verschiedene Rezepte für den Nusslikör.

Ein Digestif gehört im Tessin zum Abschluss eines Abendessen fast ebenso selbstverständlich, wie nach dem Mittagessen ein caffè, ein Espresso, bestellt wird. Dabei wird meist Limoncino (Zitronenlikör) oder Nocino (Nusslikör) gewählt. Der Nocino ist fast so etwas wie ein Geheimtipp für Tessinreisende. Bekannt ist der süsse Nussnektar auch als Ratafià. Der dunkelbraune Digestif schmeckt entschieden nach Walnüssen, doch am Gaumen bleibt auch eine gewisse Frische. Sie erinnert daran, dass der Nocino in den meisten Gasthäusern hausgemacht ist. Auch Tessiner Familien stellen zunehmend ihren eigenen Nocino her, so wie es in Italien schon länger Tradition ist. Je nach Rezept hat der süsse sirupartige Digestif, der meist in kleinen Shot-Gläsern serviert wird, einen Alkoholgehalt zwischen 40 und 45 %. Seine Herstellung ist jedoch etwas komplizierter als diejenige des Limoncino.

Jede Familie hat ihr eigenes Nocino-Rezept


Nocino schmeckt überall anders. Denn jeder Gastwirt und jede Familie hat ein eigenes Rezept. Im Prinzip wird Nocino aus unreifen Walnüssen gewonnen, die noch in ihrer grünen Fruchthülle stecken. Gesammelt werden sie bereits zu Beginn des Sommers, wenn sie noch weich sind. Die Nüsse werden in Scheiben geschnitten und bis zu vier Tage lang unter einer Zuckerschicht in einem Glasbehälter in der Sonne stehen gelassen. Dabei tritt Flüssigkeit aus den noch jungen Nüssen, die sich im Laufe der Zeit mit dem Zucker vermischt. Nach Ablauf der vier Tage wird starker Alkohol hinzugegeben, meist ist das Grappa, doch es finden sich auch Rezepte, die 95%igen Alkohol einsetzen. Die Mischung wird nun zwischen 40 Tagen und zwei Monaten in der Sonne gelassen, wobei die Behälter täglich geöffnet werden und das Gebräu kontrolliert und gerührt wird. Dem Likör werden noch allerlei Gewürze hinzugefügt. Nach diversen Filterungsprozessen muss das Getränk wiederum mindestens zwei Monate lagern, diesmal aber an einem kühlen und dunklen Ort.

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