Glasierte Gaumenwunder versüssen den Herbst

Publiziert: 29 September 2019

Diskussionen über die schädliche Wirkung von Zucker sind im Tessiner Herbst tabu. Denn glasierten Maronen kann man beim besten Willen nicht widerstehen. Kein Problem. Ein bisschen Spass muss sein im Leben.

Der süsse Traum kann bei falscher Anwendung zum Albtraum werden. Deshalb ist Achtsamkeit geboten. Man nehme die goldgelbe Köstlichkeit behutsam zwischen Daumen und Zeigefinger, führe sie (nicht in Versuchung, sondern) genüsslich über die Lippen und lasse sie sanft auf die Zunge gleiten. Nicht reinbeissen! Himmel, nur das nicht! Die Zahnhälse würden es einem nie verzeihen. Also: Man lasse die Süsse den Mundraum erobern und drücke die zuckerige Delikatesse leicht gegen den Gaumen...

Fertig lustig!


So ein Theater wegen einer glasierten Marone. Das leckere Ding wird wohl jeder selber schaukeln beziehungsweise ohne Bedienungsanleitung essen können. Viel spannender als anderen beim Naschen zu helfen, ist es nachzuforschen, wie solch süsse Maroni überhaupt entstehen. In dieser Angelegenheit kann Sandro Vanini aus Rivera Interessierten am besten auf die Sprünge helfen. Er benutzt nämlich noch heute das 148-jährige Rezept seines Grossvaters.

Freude herrscht!


Damit der Wurm nicht drin ist, werden die Früchte vorerst einmal gründlich sortiert, dann geschält und blanchiert. Nach einem Tage währenden Zuckerbad sind sie bereit für den ultimativen, zahnschädigenden, stimmungsaufhellenden Glasurkick. Ob die Piemonteser oder die Franzosen die Marrons glacés erfunden haben, bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Bewiesen ist nur eines: Der Name ist todsicher nicht italienischer Herkunft.

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