Farina bóna: Alte Liebe neu entdeckt

Publiziert: 17 Juli 2016

Das delikate Röstaroma des seidenfeinen Maismehls aus dem Onsernonetal erobert zunehmend Tessiner Töpfe und Teller – und die Gaumen nicht nur einheimischer Schlemmer.

Es ist noch gar nicht lange her, da konnte kaum noch jemand mit dem Begriff "Farina bóna" etwas anfangen. Früher, ja, da wusste jedermann im Onsernonetal, was das ist: Maismehl, pudrig-fein gemahlen. Vermischt mit Milch, Wasser oder Wein gehörte es zur Alltagskost. Doch Ende der 60-er Jahre schloss der letzte Müller seinen Betrieb. Farina bóna geriet in Vergessenheit. Neuerdings ist sie allerdings buchstäblich wieder in aller Munde, und dies nicht mehr nur in Loco oder Vergeletto. Immer mehr Verbraucher und Händler entdecken das alte Nahrungsmittel neu. Man bekommt es nicht mehr nur in Bioläden – selbst Supermarktketten bieten das glutenfreie und bekömmliche Traditionsprodukt mittlerweile an. Auch in den Tessiner Restaurants taucht es zunehmend auf den Speisenkarten auf, zumal in solchen, die auf regionale Kost und Slow Food setzen.

Die Arche des Geschmacks


Apropos: 2001 wurde das Maisfeinmehl vom Förderkreis Slow Food in die "Arche des Geschmacks“ aufgenommen und 2008 auf dem Markt lanciert, auch jenseits des Gotthard. Es mundete. Mittlerweile erscheint es als Zutat in immer mehr Kochrezepten, in alten, wiederentdeckten, aber auch in neuen Kreationen. Längst strecken nicht mehr nur die Onsernone-Bauern ihre Eintöpfe mit Farina bóna. Das samtige Röstaroma, das ein wenig an Popcorn erinnert, veredelt jede Polenta, aber auch Kuchen, Kekse, Spätzli, Brot, Pasta, Speiseeis und sogar einen Brotaufstrich, ausserdem Flüssiges, wie Suppen, Bier und Likör – schliesslich ist Essen nicht nur eine Frage des Hungers, sondern auch des guten Geschmacks.


Polenta-Rezept


Zutaten für 4 Personen:

  • 2 l gesalzenes Wasser
  • 500 g Farina bóna

Zubereitung:
1 l Wasser in einem Kupferkessel auf dem Kaminfeuer zum Sieden bringen (einen weiteren Liter Wasser bereithalten, das während des Kochens zugegeben wird). 350 g Maismehl einstreuen und mit einem langen Kochlöffel umrühren. Nach 15 Minuten das restliche Mehl dazugeben sowie ein halbes Glas kochendes Wasser. Weiterrühren und ab und zu vom Reservewasser zugeben. Dies während ca. 1 Stunde, bis die Masse fertig gekocht ist. Die Polenta, die heiss gegessen wird, auf ein Holzbrett stürzen und in Scheiben schneiden.

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6500 Bellinzona
+41 91 825 70 56
info@ticino.ch
www.farinabona.ch
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