Dem Appetit nachgeben

Publiziert: 23 Oktober 2022

Manchen Süssigkeiten kann man nicht widerstehen, und wenn sie auch noch so hart sind. Die Oss da mort – oder doch da mord? – heissen sie nicht von ungefähr Totenbeinchen.

Genossen werden die Totenbeinli in der Deutschschweiz das ganze Jahr über. Hier in der Südschweiz jedoch sind die Oss da mort die nussige Versuchung des Novembers. Traditionellerweise werden diese Guetzli an Allerseelen, am zweiten November gereicht. Daher kommt der makabre Name, der nicht nur mit dem Härtegrad des Gebäcks zu tun hat, sondern eben mit alten Bräuchen, welche zwar von den Kelten stammen, von der katholischen Kirche aber übernommen und entsprechend angepasst wurden.

Totengebeine


120 Gramm Zucker, 120 Gramm Mandeln oder Haselnüsse, auch ganze, und 90 Gramm Eiweiss – mehr braucht es nicht, um das Gebäck selber herzustellen. Ein Backblech ist mit Backpapier auszulegen, der Backofen auf 160 °C vorzuheizen. Alle Zutaten sind in eine Schüssel zu geben und gut zu vermischen. Dann wird der Teig ausgerollt und in Streifen geschnitten und zehn Minuten gebacken. Nicht wie von Geisterhand aber doch blitzschnell entsteht diese Knabberei.

Für die Lebenden


Ob damit allerdings wirklich die Toten besänftigt oder aber eher die trüben Tage mit einer süssen Köstlichkeit bereichert und so die Stimmung der Lebenden aufgehellt werden kann, braucht gar nicht geklärt zu werden. Hauptsache, es findet sich ein Grund zum Schlemmen. Und damit man sich dabei nicht die Zähne ausbeisst, werden die leckeren Biscotti am besten in Kaffee oder in den Wein getunkt.

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