Einmalige Saurier im Fossilienmuseum des Monte San Giorgio

Publiziert: 15 August 2016

Das moderne Museum in Meride zeigt, warum der Monte San Giorgio die Bezeichnung UNESCO-Welterbe verdient hat: Es gibt keinen anderen Ort, dessen Ureinwohner so lange unter gleichen klimatischen Bedingungen lebten und dann versteinerten.

Der Monte San Giorgio gehört zu den weltweit wichtigsten Fossillagerstätten der mittleren Trias, einer geologischen Periode, die 237 bis 247 Millionen Jahre zurückliegt. Es gibt keinen anderen Ort auf der Welt, dessen Ureinwohner über so viele Millionen Jahre unter identischen klimatischen Bedingungen lebten und dann auch noch versteinerten, um Paläontologen einen einmaligen Blick auf die Evolution im Meerwasser zu erlauben. Die Fossilien dieses Berges sind wegen ihrer Vielfalt und ihres aussergewöhnlichen Erhaltungszustands weltberühmt. Die internationale Anerkennung dieses Fossilvorkommens wurde durch den Eintrag in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes bestätigt.


Nach Fundort benannt: Ticinosuchus und Serpianosaurus


Das erst vor wenigen Jahren unter der Federführung des Architekten Mario Botta restaurierte Fossilienmuseum im malerischen Tessiner Dorf Meride gibt einen Einblick ins urzeitliche Leben auf dem Monte San Giorgio und einen Überblick über dessen Entdeckungs- und Entstehungsgeschichte. Die moderne multimediale Ausstellung reisst in ihren Bann, und es lohnt sich, den Audioguide – der auch auf Deutsch hervorragend ist – an der Kasse mitzunehmen. Besonders kurios bei der Betrachtung der Exponate (von denen siebzig Prozent Originale sind) sind die Namen der verschiedenen in Meride entdeckten Saurier: neben “Ticinosuchus” zum Beispiel auch “Ceresiosaurus”, benannt nach dem Luganersee, und “Serpianosaurus”, benannt nach dem Dorf auf dem Monte San Giorgio.

Mysteriöser Fund: Flugsaurier oder doch Giraffenhalssaurier?


Einer der faszinierendsten auf dem Monte San Giorgio gefundenen Saurier ist der Tanystropheus, ein fünf Meter langer Protorosaurier. Die ersten Fossilienfunde des rätselhaften Tieres stammen aus Deutschland aus dem Jahr 1855. Damals jedoch wurden die Wirbel des ausserordentlich langen Halses als Schwanzwirbel fehlgedeutet. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Überreste derselben Spezies gefunden, doch glaubte man, einen Flugsaurier vor sich zu haben. Erst der sensationelle Fund eines vollständigen juvenilen Skeletts durch Bernhard Peyer, einen der bedeutendsten Paläontologen für den Monte San Giorgio, im Jahre 1929 führte zur aktuellen Deutung als Giraffenhalssaurier.

Info

Museo dei fossili del Monte San Giorgio
via B.Peyer 9
6866 Meride
+41 91 640 00 80
info@montesangiorgio.org
www.montesangiorgio.org
www.mendrisiottoturismo.ch
www.ticino.ch

Preis
Erwachsene CHF 12.-, bis 6 Jahre gratis, 6 bis 16 Jahre CHF 6.-, ermässigt CHF 8.-, Führung (ca. 90 min.) CHF 120.-, Audioguide CHF 3.-

Wann

Dienstag bis Sonntag 09.00-17.00 Uhr, Montag Ruhetag, geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar

Wo

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