Sankt Nikolaus' Spuren in Mendrisio

Publiziert: 4 Mai 2014

Auf einer 300 Meter hohen überhängenden Felswand bei Mendrisio steht die Einsiedelei San Nicolao, die von Wundern und Armut erzählt und heute als Grotto ihre Bestimmung gefunden hat.

Über das Leben des historischen Nikolaus gibt es nicht viele belegte Tatsachen. Er soll zwischen 270 und 286 in Patara, einer Stadt in Lykien (damals Teil des römischen, später des byzantinischen Reichs, heute Türkei) geboren sein. Der Legende nach wurde er mit 19 Jahren von seinem Onkel, dem Bischof von Myra, zum Priester geweiht. Während der Christenverfolgung im Jahr 310 wurde Nikolaus gefangen genommen und gefoltert. Sein ererbtes Vermögen soll er selbstlos unter den Armen verteilt haben. Trotz dieser nur bruchstückhaft überlieferten Geschichte, hat der barmherzige Priester überall in der christlichen Welt unauslöschliche Spuren hinterlassen. Der Nikolaus lässt grüssen...

600 Jahre alte Geschichte


Doch um den guten Samichlaus geht es hier nicht. Es ist schliesslich Mai und nicht Dezember. Glücklicherweise hat der türkische Heilige der Welt jedoch noch andere Preziosen geschenkt. Eine steht hoch über Mendrisio, auf einer 300 Meter hohen überhängenden Felswand und bietet eine atemberaubende Aussicht auf die Südtessiner Ebene und die Alpen. Es ist die Einsiedelei San Nicolao. Man erzählt sich, dass an genau dieser Stelle, vor 600 Jahren schon, eines Nachts ein Licht die Dunkelheit durchbrach und ein auf einem Felsen gemaltes heiliges Bild zum Vorschein brachte. Der mystische Ort erhielt deshalb den Namen Monte della stella – Sternenhügel. Daraufhin liess angeblich ein gewisser Rusca di Locarno, ein feiner Herr aus Mendrisio, einen Turm, ein Oratorium und die Einsiedelei errichten. Das Bild aber blieb verschwunden.

Von der Pilgerstätte zum Grotto


Bei Renovierungsarbeiten 1999 entdeckte man über dem Altar eine kopflose Heiligenfigur, die wichtige Hinweise auf das stolze Alter der Einsiedelei zu geben vermochte. Die anfänglich der Jungfrau, später dann dem Heiligen Nikolaus gewidmete Kapelle wurde teilweise in den Felsen hineingebaut und von einheimischen Künstlern mit wertvollen Stuckarbeiten und Malereien ausgeschmückt. Ein etwas befremdliches Bild stellt einen chirurgischen Eingriff dar, während ein Grundriss aus dem 18. Jahrhundert den campo dei poveri di Mendrisio – das Armenfeld von Mendrisio – zeigt. Dabei handelt es sich um einen Acker, aus dessen Korn zu San Siro (17. Mai) das Brot gebacken und den Armen verteilt wurde. Die Einsiedelei war bis Mitte 19. Jahrhundert bewohnt und hat jetzt als Grotto seine Bestimmung gefunden. Das urige Lokal ist weit über Mendrisios Grenzen für seine regionaltypischen Spezialitäten bekannt. Die altehrwürdige Klause ist über Salorino sowohl zu Fuss als auch mit dem Auto (begrenzte Parkplätze / kurzer Waldmarsch) erreichbar.

Info

Eremo di San Nicolao
Vicolo San Nicolao 7
6872 Somazzo
+41 91 641 30 50
info@mendrisiottoturismo.ch

www.mendrisiottoturismo.ch
www.ticino.ch

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