Vom Stroh zum Hut

Publiziert: 8 September 2019

Die Tradition, dünne Strohhalme zu Bändern zu flechten und daraus Hüte zu fabrizieren, hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert, als das Onsernonetal zu Reichtum kam.

Heute werden die meterlangen Strohbänder zwar nicht mehr im Tal selber geflochten, sondern bereits eingefärbt eingekauft. Doch wird daraus weit mehr kreiert, als bloss Hüte. Wer das Atelier Pagliarte in Berzona besucht, staunt, was aus Stroh alles hergestellt werden kann. Von Taschen über Gürtel bis zu Tischsets und Schlüsselanhängern, geht das fantasievolle Sortiment zu Körbchen und Etuis bis hin zu Haarschmuck.

Am Strohhalm festhalten


Dass Strohverarbeitung immer noch oder gerade in der heutigen Zeit ein lohnendes weil ökologisch vertretbares Handwerk sein kann, haben die innovativen Betreiberinnen des Ateliers Ende des letzten Jahres erfahren, als ihr Projekt zur Herstellung von Trinkhalmen aus Roggenstroh vom Bundesamt für Kultur beim Projektwettbewerb Kulturerbe für alle mit einem Unterstützungsbeitrag belohnt wurde.

Und Wissen weitergeben


Alte Frauen, welche das Flechten, die Binda, wie es im Dialekt heisst, noch beherrschten und einst in Heimarbeit betrieben hatten, gaben ihr Wissen an eine neue Generation weiter. Vier junge Frauen aus dem Tal setzen sich heute das Ziel, die Tradition fortzusetzen, wenn auch auf ihre eigene Art und Weise. In der dafür eingerichteten Werkstatt werden die Produkte genäht, im Laden nebenan ausgestellt und verkauft. Hüte werden auch nach Mass hergestellt.

Info

Pagliarte
6647 Berzona
+41 91 797 10 22
onsernone@pagliarte.ch
www.pagliarte.ch
www.ascona-locarno.com
www.ticino.ch

Wann

Im September und Oktober dienstags von 09.30 bis 12.00 Uhr geöffnet

Wetter

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