Winzers zweite Wahl

Publiziert: 9 Januar 2014

Der Grappa ist eigentlich ein Produkt der typischen Sparsamkeit der Landleute: Aus Weinmaische entsteht ein zweites Getränk. Und der edle "Schnaps" liegt immer mehr im Trend.

Oft sind es die Winzer, welche auch den Grappa herstellen. Das liegt auf der Hand. Besteht ein echter Grappa doch ausschliesslich aus Trauben. Und dieser Schnaps liegt heutzutage im Trend. Sowohl was die Produktion als auch was die Konsumation betrifft. Heute gibt es zwei wichtige Dachverbände, in denen die Tessiner organisiert sind. Das wäre zuerst die jüngste Gründung der Destillateure der italienischen Schweiz und die Tessiner Sektion des nationalen Verbands der Grappa-Verkoster.

Handwerk vs. Fabrikware


Grappa gibt es in unterschiedlichster Qualität. Das Spektrum öffnet sich weit zwischen industriell und manufaktisch hergestelltem Branntwein. Zu den besten und bekanntesten gehören der Elegantia von Guido Brivio, der Capeo von Carlevaro/Chiodi Vini. Oder der Filo di Seta von Angelo Delea, der Grappa Ticinese von Agriloro aus Arzo oder der Lacrima Vitis von Tamborini Vini.

Gebranntes Kind der Traube


Auch wenn Grappa salopp als Schnaps oder Branntwein bezeichnet wird, ist er ein Unikum unter den Gebrannten. Weil er ausschliesslich aus Weinmaische, also Stängel, Kern und Schale, destilliert wird. Ein Schnaps kann hingegen aus Obst, Steinfrucht oder Getreide hergestellt werden. Grappa als geschützte Marke wurde früher nur von Italien aus vertrieben. Erst dank einem Abkommen zwischen dem südlichen Nachbarn und unserem Land dürfen auch das Tessin und das italienischsprachige Graubünden den Namen verwenden.

Die Nuss des Mönchleins


Nicht zu vergessen wäre da noch der Nocino oder Ratafià. Der Walnusslikör, der nach üppigem Essen als wunderbarer Digestif wirkt. Trotz unzähliger Rezeptpublikationen stellt der "Echte" noch immer ein grosses Geheimnis dar. Eine harte Nuss, die nicht zu knacken ist. An der Würzung, an der Lagerung und an der Qualität der Baumnüsse liege es halt, munkelt man. Und nur die Mönche sollen das wahre Wissen dazu verwalten. So jene des Klosters Bigorio, wo einer der Besten "gedeihen" soll. Am St. Johannitag, dem 24. Juni, sollen die Nüsse übrigens grün gepflückt werden.

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