Rundwanderung durch die Greina

Publiziert: 23 Juni 2013

Ganz im Norden des Tessins, am Ende des Bleniotals, versteckt sich ein landschaftliches Juwel: die Greina – eine einzigartige Hochebene auf über 2000 Höhenmetern.

Ganz im Norden des Tessins, am Ende des Bleniotals, an der Grenze zu Graubünden, versteckt sich ein landschaftliches Juwel: die Greina. Die Hochebene auf über 2000 Höhenmetern ist einzigartig. Wo sonst in den Alpen können stundenlange Wanderungen gemacht werden, ohne auf Strassen, Häuser, Elektrizitäts- oder Telefonleitungen zu stossen, wie der Autor Herbert Maeder in seinem Buch "Die Greina – ein Symbol" bereits erfragte. Auf der Greina-Ebene befindet sich auch die Wasserscheide von Crap la Crusch (crap bedeutet Stein, und crusch bedeutet Kreuz). Wenige Dezimeter Höhenunterschied entscheiden hier, ob das Wasser in den Norden, oder nach Süden in den Ticino, den Po und schliesslich ins Mittelmeer fliessen wird.

Die Greina ist ein Teil des Nationalparkprojekts Adula


Zur Erkundung dieser einmaligen Hochebene, die Teil des Nationalparkprojekts Adula (Rheinwaldhorn) ist, lohnt sich die Rundwanderung Giro della Greina (Greina-Tour) besonders. Als Start und Schlusspunkt eignet sich Ghirone am besten. In den Sommermonaten (diesem Samstag erstmals im 2013) fährt hier ein Bus des regionalen Verkehrsbetriebs Autolinee Bleniesi nach Pian Geirètt (1975 m ü. M.), einer wunderschönen grünen Alp, zu der Personenwagen keinen Zutritt haben. Bereits diese grüne Wiese, in der alle naselang ein Murmeltier aus seiner Höhle schaut, ist einen Besuch wert. Überall stürzen Gebirgsbäche durch die blumigen Wiesen hinab ins Tal. Weit oberhalb der sanft ansteigenden Alp thront die Alphütte Scaletta an einem senkrechten Abhang.

Steiler Aufstieg zu den wilden Steinböcken


Der Aufstieg zur Hütte (2205 m ü. M.) ist steil. Gerade jetzt im Frühling müssen Wanderer mit wenig hochalpiner Erfahrung etwas mehr als die in den meisten Wanderführern angegebene Stunde für den Weg einrechnen. Denn die sonst eher sanft dahinplätschernden Gebirgsbäche sind zu dieser Jahreszeit zu rauschenden Wildbächen mit imposanten Wasserfällen angeschwollen. Die im Hochsommer und im Herbst einfachen Passagen sind oft überflutet, und es braucht ein wenig Geschick, um die reissenden Fluten trocken zu überqueren. Doch der Aufstieg lohnt sich. Gerade diejenigen, die eine 2-Tages-Tour planen und erst am späten Nachmittag zur Alphütte Scaletta aufbrechen, um dann dort zu Abend zu essen und zu übernachten (unbedingt vorher reservieren!), werden oft mit dem Anblick einer grossen Herde wilder Steinböcke belohnt, die abends nicht selten in unmittelbarer Nähe der Hütte weiden.

Eine einmalige alpine Hochebene entdecken


Nach der Scaletta-Etappe ist der wohl anstrengendste und schwierigste Teil der Greina-Tour vorbei. Es lohnt sich, nicht nur wegen der alpinen Fauna hier einzukehren, sondern auch um am nächsten Tag ohne Zeitdruck die Greina zu erkunden. Von der Scaletta-Hütte geht es weiter zum Greinapass (2357 m ü. M., auch Pass Crap genannt), mit dem Piano della Greina, einem kleinen Bruder der Greina-Ebene, zu seiner Linken. Nach dem Pass gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Greina zu durchwandern. Der direkteste Weg, um den Giro della Greina zu machen, führt am rechten Ufer des jungen Rein da Sumvitg zur Abzweigung Richtung Motterasciohütte (2172 m ü. M.). Hier teilt sich der Weg: Für die Rundwanderung geht es Richtung Süden zur Motterasciohütte. Richtung Norden führt der Weg zur Westseite des Muot la Greina und weiter zur Terrihütte. Zu diesem recht langen Umweg (etwa 3 Stunden bis zur Terrihütte) verführt besonders die Felsformation Arco della Greina (ein etwa 15 Meter langer Natursteinbogen).

Im Zick-Zack zum smaragdgrünen Stausee absteigen


Doch auch der direkte Weg zur Monterascia-Hütte hat seinen Charme. Nach einem leichten Brunch beginnt hier der steile Abstieg zurück zum Bleniotal. Auch hier läuft man immer wieder an tosenden Wasserfällen vorbei, doch es gibt keine schwierigen Bachüberquerungen mehr. Der Wanderweg führt im temperamentvollem Zick-Zack-Kurs hinunter zum Luzzone-Stausee (1606 m ü. M.). Das Wasser besticht durch seine smaragdgrüne Farbe. Für Abkühlung nach dem langen Abstieg sorgt ein stockdunkler aber kaum befahrener Strassentunnel entlang des Sees, den auch Wanderer zu Fuss durchqueren müssen. Vom Luzzone aus fährt man entweder mit dem Bus der Autolinee Bleniesi oder geht zu Fuss zurück nach Ghirone.

Für Trödler


Wer den Bus der Autolinee Bleniesi verpasst, kann das Alpentaxi rufen: 091 872 13 65 und 079 501 16 07.

Info

Blenio Turismo
6718 Blenio
+41 91 872 14 87
info@blenioturismo.ch
www.autolineebleniesi.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch
www.ticino.ch

Preis
Hinfahrt CHF 10.- Hin- und Rückfahrt CHF 15.-

Wann

29.6.-1.9.2013 tägliche Busfahrten 7.9.-29.9.2013 nur Sa und So

Wo

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