Zerbrechliche Schönheit

Publiziert: 21 April 2014

Eine Ausstellung der Pinacoteca Cantonale Züst führt durch die Entwicklung der italienischen Porzellankunst.

Freunde des weissen Goldes dürften an der Ausstellung "La fragile bellezza" – "Die zerbrechliche Schönheit" – der Pinacoteca Cantonale Giovanni Züst in Rancate (Mendrisio) ihre Freude haben. Bis 17. August führt sie durch die Entwicklung der zarten Kostbarkeiten italienischer Designer, Künstler und Manufakturen des späten 18. und 19. Jahrhunderts. Von den kurvenreichen Jugendstilformen eines Galileo Chini und der Keramikmanufaktur Laveno spannt sich der Bogen weiter zu den zwanglosen Erfindungen Antonia Campis, Carlo Zaulis und Lucio Fontanas bis hin zu Beispielen bürgerlichen Geschmacks aus den Werkstätten der Turiner Manufaktur Lenci.

Auf der Suche nach einem italienischen Stil


Eine Gemeinsamkeit teilen die höchst unterschiedlichen Exponate: Sie drücken stets die Suche nach einer italienischen Form des jeweiligen Stils aus, ein Versuch, der sich im südlichen Nachbarland wie ein auffälliger roter Faden durch die Schönen Künste der frühen Zwanziger Jahren bis zu Beginn der Fünfziger zieht. Zu bewundern sind einzigartige Stücke, echte und authentische Meisterwerke des Erfindungsreichtums italienischer Porzellankünstler des 19. Jahrhunderts, aber auch industrielle Serienstücke für den normalen Hausgebrauch, jedoch von ganz eigenem Stil und Ausdruck.

Formen und Farben im Wandel der Zeit


Ziel von Kurator Valerio Terraroli und Stefania Cretella beim Aufbau der Ausstellung war es, die Besucher während des Rundgangs durch die Entwicklung der italienischen Porzellankunst zu führen. Los geht es mit frühen Kreationen, die sich an der Natur und Ornamentik der Renaissance inspirieren, bis sich der Art Déco in seinem ganzen Formenreichtum durchsetzt. In jener Zeit experimentieren einige Manufakturen auch mit neuen Techniken, Farben und Glasuren. Ein scharfer Bruch bildet wiederum der Zweite Weltkrieg. Ein neuer, informeller Stil löst die oft strengen Linien ab, die sich am eher strengen Geschmack der totalitären Regimes orientierten. Eine neue Formensprache erwacht, und das Material gewinnt gegenüber der Form an Gewicht.

Inspiration für private Sammler


Thematisch beschreitet die Pinakothek mit ihrer Porzellanausstellung neue Wege – nicht so in der Zusammenarbeit mit privaten, teils anonymen Sammlern. Schliesslich schlug auch die Geburtsstunde dieses Museums aufgrund der Spenden des Mäzens Giovanni Züst (1887-1976). Die Verantwortlichen hoffen, dass diese Beispiele Schule machen und zu weiteren Kontakten führen: "Wir sind sicher, dass dieser neue Weg auch zu neuen Entdeckungen führen wird, so dass auch andere Sammler ihre Kostbarkeiten dem Publikum und der Fachwelt künftig zur Verfügung stellen."

Info

Pinacoteca Rancate
6862 Rancate
+41 91 816 47 91
decs-pinacoteca.zuest@ti.ch
www.ti.ch
www.mendrisiottoturismo.ch
www.ticino.ch

Preis
regulär CHF 10.- ermässigt CHF 7.- kostenlos für Tessiner Schulen

Wann

April bis Juni: Di-So 9.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr Juli und August: Di-So 14.00-18.00 Uhr Montags geschlossen, ausser an Feiertagen

Wo

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